Mehr als verdoppelt: Wie schnell KI in deutschen Unternehmen ankommt
Innerhalb von zwei Jahren ist der Anteil der Unternehmen, die KI einsetzen, von 12 auf 26 Prozent gestiegen. Was das für Beschäftigte bedeutet.
Kaum eine Technologie hat sich in den vergangenen Jahren so schnell in Unternehmen verbreitet wie Künstliche Intelligenz. Die Erhebungen des Statistischen Bundesamts zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen zeichnen ein deutliches Bild: Im Jahr 2023 setzte etwa jedes achte Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten KI ein, das entsprach rund 12 Prozent.1 Ein Jahr später war es bereits jedes fünfte Unternehmen, also 20 Prozent.2 Für 2025 weist die Statistik einen Anteil von 26 Prozent aus.3
Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich der Anteil der KI-nutzenden Unternehmen damit mehr als verdoppelt. Diese Geschwindigkeit ist bemerkenswert, denn die Einführung neuer Technologien in Betrieben dauert in der Regel deutlich länger. Ein wesentlicher Grund für den schnellen Anstieg dürfte darin liegen, dass KI-Anwendungen heute ohne großen technischen Aufwand nutzbar sind. Sprachmodelle und Assistenzsysteme lassen sich über den Browser bedienen und ohne Programmierkenntnisse in den Arbeitsalltag einbinden.
Mit der Verbreitung verändern sich auch die Anforderungen an Beschäftigte. Gefragt ist weniger das Wissen über einzelne Programme als ein grundlegendes Verständnis dafür, wie KI-Systeme arbeiten, wofür sie sich eignen und wo ihre Grenzen liegen. Wer Aufgaben klar formulieren, Ergebnisse kritisch prüfen und KI sinnvoll in bestehende Abläufe einbinden kann, wird in vielen Berufen zur gefragten Fachkraft.
Gleichzeitig zeigen die Daten, dass die Mehrheit der Unternehmen KI noch nicht nutzt. Rund drei Viertel der Betriebe stehen also noch am Anfang.3 Für Beschäftigte ergibt sich daraus eine Chance: Wer KI-Kompetenzen mitbringt, kann die Einführung im eigenen Unternehmen aktiv mitgestalten, Kolleginnen und Kollegen unterstützen und sich so eine wichtige Rolle im Team erarbeiten. Gerade in kleinen und mittleren Betrieben fehlen häufig Menschen, die vorhandene Werkzeuge praxisnah einsetzen können.
Für Unternehmen wiederum stellt sich die Frage, wie sie ihre Belegschaft auf diese Entwicklung vorbereiten. Einzelne Schulungen zu bestimmten Programmen greifen dabei oft zu kurz, weil sich die Werkzeuge schnell weiterentwickeln. Nachhaltiger ist ein Ansatz, der grundlegende Arbeitsweisen vermittelt und sie an konkreten Aufgaben aus dem Berufsalltag einübt. So bleibt das Gelernte auch dann anwendbar, wenn sich einzelne Tools verändern oder neue hinzukommen.
Praxisnahe Weiterbildung setzt genau hier an. Sie verbindet den sicheren Umgang mit Werkzeugen wie ChatGPT, Claude oder Canva mit realistischen Anwendungsfällen aus Marketing, Verwaltung, Vertrieb oder Kommunikation. Teilnehmende lernen nicht nur, wie die Werkzeuge bedient werden, sondern auch, wie sie Ergebnisse bewerten, Datenschutz berücksichtigen und Arbeitsprozesse sinnvoll neu gestalten.
Auffällig ist zudem, dass die Nutzung stark von der Unternehmensgröße abhängt. Große Unternehmen verfügen häufiger über eigene IT-Abteilungen, Budgets und Fachkräfte, die neue Technologien erproben. Kleine Betriebe müssen dagegen oft mit begrenzten Ressourcen auskommen. Gerade dort kann bereits eine einzelne Person mit fundierten KI-Kenntnissen viel bewirken, indem sie geeignete Anwendungsfälle erkennt, erste Lösungen umsetzt und ihr Wissen im Team weitergibt. Für Beschäftigte in kleineren Unternehmen ist KI-Kompetenz deshalb ein besonders wertvoller Baustein der eigenen beruflichen Entwicklung.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre spricht dafür, dass der Anteil KI-nutzender Unternehmen weiter steigen wird. Wer sich heute mit den Grundlagen vertraut macht, ist auf diese Veränderung gut vorbereitet.
- [1]Statistisches Bundesamt: Etwa jedes achte Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz (Pressemitteilung, November 2023)
- [2]Statistisches Bundesamt: Jedes fünfte Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz (Pressemitteilung, November 2024)
- [3]Statistisches Bundesamt: Unternehmen mit Nutzung von KI nach Beschäftigtengrößenklassen (2025)